Schlüsseldienst Abzocker in Wien

Die österreichische Tageszeitung Kurier berichtet über Schlüsseldienste, wie so oft. Ich habe es trotzdem gelesen. Da wird berichtet über eine regelrechte Abzockerfirma. Beim Betreiber dieses Abzock Schlüsseldienstes muss es sich um einen dieser legendären Klondike Goldgräber handeln, jetzt halt nur auf Neuzeit. Er schafft das absolut Unmögliche.

Wien hat 220 000 Sozial Wohnungen in denen doppelt so viele Leute leben, die es eben notwendig haben in einer Sozialwohnung zu leben. Gut, dass es diese Einrichtung gibt. Wien hat 100 000 Sozialhilfer-Bezieher. Die haben ja nicht viel, sonst würden sie ja nicht so genannt werden. Dann sind in Wien etwa 80 000 Menschen arbeitslos gemeldet, und die heissen garantiert nicht Habsburger oder Babenberger. Dann sind noch etwa 500 000 Menschen in Pension, nur in Wien. Fast alle erhalten nur die Mindestpension unter 900 Euro. Dann sind in Wien noch 71 000 Gemeindebedienstete, die brauchen keinen Schlüsseldienst, denen passiert schon nichts. Wenn man nun noch Kinder und Jugendliche und hunderttausende Studenten abzieht bleiben noch etwa geschätzte 200 000 Menschen über, die nirgendwo aufscheinen (Nicht arbeitslos, keine Sozialhilfe, keine Krankenversicherung, keine Pension). Für diese U-Boote gibt es keine Statistik, sonst täten sie ja keine U-Boote sein, und nicht im Untergrund leben, logisch oder? Dann bleiben noch 350 000 Ausländer, und jeder, der die Ausländersituation in Wien kennt, der weiss diese Menschen sind garantiert keine „Aufsperrdienst – Kunden“. Diese Leute haben andere Sorgen, ganz andere. Die Ausländer in Wien haben echte Sorgen, so richtige Sorgen. Heimatvertriebene, Flüchtlinge, Asylbewerber, Kriegsflüchtlinge, Menschen eben, die es nicht geschafft haben in New York oder Silicon Valley oder in der Sahelzone oder Albaninen zu leben. Die müssen halt in Wien bleiben.

So, wenn wir jetzt von den fast zwei Millionen Einwohner, alle oben genannten abziehen, dann bleiben exakt zwei Menschen über. Und genau diese zwei Leute hat der Schlüsseldienst Stachl gefunden!!! Der Schlüsseldienst hat ein Nugget in der zu tiefst ausgebeuteten, völlig leeren, total herab gekommenen Stadtwüste und Kriegsstadt Wien gefunden. Hurra! Und das in der Hauptstadt des Elends.

Ich halte die Geschichte über den Abzock-Schlüsseldienst für eine Ente. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es einen einzigen Einwohner in Wien gibt, der 3000 Euro besitzt! Wenn man als Schlüsseldienst 30 Euro kriegt, dann war es schon ein guter Kunde. Die einzige Erklärung, die ich noch habe: Der 3000 Euro Kunde war ein Scheich oder einer dieser russischen Oligarchen. Das ist jetzt super modern in Wien, alles den Russen zu zuschieben. Ich frage mich, was soll ein reicher Russe in Wien tun? Taubenfüttern? Oder zum Zahnarzt nach Ungarn fahren, wie alle Wiener, weil sie kein Geld haben für österreichische Ärzte.

Wer mehr über die Schlüsseldienstkunden in Wien wissen will, dem sei mein sündhaftteures Buch Traumjob Schlüsseldienst ans Herz gelegt.

Schlüsseldienst Wien

Niemand hat in Wien 1800, geschweige denn 3000 Euro? Wer soll soviel Geld besitzen. Gänzlich unmöglich. Die Wiener sind sowas von arm, brrrrrr!

Ein unglaubliches Schlüsseldienst Erlebnis – Der geduldiger Kunde

Heute läutete das Telefon und ein Mann mittleren Alters sprach sofort los: „Wann kommen Sie nun?“ „Ähhh, ich weiss nicht wovon Sie sprechen, bitte helfen Sie mir!“ „Sie sind doch der Aufsperrdienst, oder?“ „Ja, irgendwie schon, aber nicht wirklich, bitte wie kann ich Ihnen weiter helfen?“ Der Mann sprach weiter: „Sie haben versprochen, Sie schauen einmal bei mir vorbei, Sie wissen schon das defekte Dachbodenschloss in Wien, im 9ten Bezirk.“ Ich war wie vor den Kopf gestossen, welcher Dachboden, welches Versprechen, ich hatte keinen Schimmer wovon der Mann sprach. Er redete weiter:
„Sie haben gesagt, Sie kommen mal vorbei und sperren meinen Dachboden auf, erinnern Sie sich nicht?“
„Nein tut mir leid, ich erinnere mich nicht, wann soll ich das versprochen haben? Sind Sie sicher?“
„Ja, das bin ich! Das war so im Dezember 98, am Nachmittag! Ja gut, ich gebe es zu, ich sagte, kommens halt vorbei wann Sie Zeit haben, es ist nicht dringend, denn ich bin eh zu Hause! Aber so lange wollt ich auch wiederum nicht warten. Ich wusste ja nicht, dass Sie so lange brauchen!“
Noch immer wusste ich nicht was der Mann von mir wollte, aber ich fragte dennoch höflich nach.
„ Das war vor 14 Jahren, ist das nun ein Scherz oder wie?“
„Nein das ist kein Scherz! Sie habe mir versprochen, dass Sie vorbei kommen werden!“ meinte der Mann etwas traurig, „Schon in Ordnung“ antwortete ich, aber warum Sie nicht schon früher angerufen, ich meine, das war vor 14 Jahren!“
„Ich wollte nicht aufdringlich sein!“

Ich werden in den nächsten Tagen den Dachboden dieses geduldigen Kunden öffnen. 14 (!!!!) Jahre, sowas erlebt man nur beim Schlüsseldienst.