Enorme Gefahr nach Verhaftung eines Einbrechers

So wie in vielen Städten gehen auch in Wien Einbrecher umher, welche mit gefährlicher Salpetersäure die Schlösser knacken. Ungewöhnlich, aber offensichtlich erfolgreich, also fast. Vor ein paar Tagen wurde eine Gruppierung der Bande („Zelle“) während eines Einbruchs gefilmt. Die Täter konnten zwar noch fliehen, wurden aber wenige Tage später verhaftet. Überführt wurden sie mittels dieser Videoaufnahmen.

So weit so gut, jedoch hat die ganze Sache ein Haken, der mich als Experte für Sicherheit etwas zum Nachdenken bringt. Man kann ja annehmen, dass diese Täter äusserst gefährlich sind, wenn sie sich mit Säure den Weg in eine Wohnung verschaffen. Umso gefährlicher ist es nun für die „Tippgeber“, also für die Einbruchsopfer, welche die verwerflichen Aufnahmen getätigt und der Polizei zur Verfügung gestellt haben. Als Sicherheitsberater hätte ich davon abgeraten den direkten Zusammenhang zwischen dem Einbruch mit der Videoüberwachung und der Verhaftung nachvollziehbar zu machen.

Es ist nie gut, wenn verhaftete Verbrecher Namen und Adresse von Zeugen kennen….!

Der Einbrecher weiss wer den entscheidenden Hinweis gegeben hat - Nicht gut!

Der Einbrecher weiss wer den entscheidenden Hinweis gegeben hat – Nicht gut!

Einbruch mit Säure

Heute habe ich eine Pressemeldung der Polizei in die Hände bekommen, von der ich nicht so recht weiss, was ich davon halten soll. In Wien geht eine Einbrecherbande um, die mit Säure die Schlösser in den Türen wegätzt. Zugeben, dieser Gedanke kam mir selbst vor vielen, vielen Jahren als ich noch den Tag-Nacht Schlüsseldienst betrieben hatte, aber diese Idee gab ich rasch wieder auf. Nach einigen kleineren Versuchen in meiner Werkstatt war es vorbei. Als allererst war es schwierig die richtige Säure zu erwischen. Schlösser bestehen aus Messing und Stahl und meist auch noch ein wenig Nickel. Und wie es so ist, verlangt jedes Metall eine eigene Säure, die Universalsäure für alle Metalle gibt es nicht.

Das zweite Hindernis ist die Säure ins Schlüsselloch zu befördern. Auch das wäre lösbar mit einer grossen Injektionspritze zum Beispiel. Als furchtbar und unaushaltbar erwies sich die Gasblase, welche entsteht beim Zerfressen des Metalls. Binnen weniger Minuten war die gesamte Werkstatt in eine gelblich-braune fette Wolke ätzendes Gases gehüllt. Man hat kaum die Hände vor den Augen gesehen, abgesehen vom beissenden Gestank. Augen und Schleimhäute waren gereizt wie nie zuvor und der kalte Dampf verschwand erst nach Stunden bei weit geöffnetem Fenster und Türe. Das nächste Problem war der Zeitfaktor. Es dauerte über eine Stunde bis annähernd eine gröbere Wirkung erzielt werden konnte. Von gänzlicher Auflösung der sperrenden Teile war das Experiment weit entfernt.

Wendet ein Einbrecher diese Methode in der Realität an, wäre in kürzester Zeit das gesamte Stiegenhaus unbetretbar wegen des Gestanks und Nachbarn würden sofort Polizei und Feuerwehr rufen. Weiters hätte der Täter wohl kaum eine Stunde Zeit, bis endlich der letzte Eisenteil aufgelöst ist und er mit Gasmaske und scheren Schutzhandschuhen die gegehrte Wohnung betreten kann. Ausserdem muss er noch den eigentlichen Sperrriegel beiseite schieben, denn nur ein aufgelöstes Schloss ist noch keine offenen Tür.

Aufgrund dieser Überlegungen halte ich diese Einbruchsmethode für unwahrscheinlich bis hin unmöglich. Wozu die Täter etwas Säure ins Schloss giessen, das weiss ich nicht, wahrscheinlich um die tatsächlichen Spuren zu verwischen oder die Ermittler auf falsche Fährten zu führen.

Mit etwas Glück und Geduld werden wir es erfahren.

Mit Säure Einbrüche verübt - schwer vorstellbar

Mit Säure Einbrüche verübt – schwer vorstellbar